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Der "Nordtempel" und der "Südtempel" in Hazor (Tell Hazor)



Info: Ausführlicher Bericht über die Ausgrabungen in Hazor:
Archäologische Funde in Tell Hazor

Grafik: Lage von »Hazor«


Hazor im Alten Testament

Die Stadt Hazor wird im Alten Testament mehrmals erwähnt. Sie lag im Norden des Landes, ca. 15 km nördlich vom See Genezareth, an einer strategisch günstigen Stelle. Um 1850 v.Chr. wurde Hazor erstmals in den ägyptischen Ächtungstexten erwähnt; später (1650 v.Chr.) war die Stadt eine der stärksten Festungen Kanaans.

Hazor war die einstige Hauptstadt aller kanaanitischen Königreiche, die im 15. und 13. Jh. v.Chr. zu den größten Städten des Orients gehörte. Später, im 10. Jh. v.Chr., wurde sie unter den Israeliten eine bedeutende Festung.

Hazor ist heute eine Ruine und zwar an der Stelle, an der sich das mächtige Plateau des TELL HAZOR (arabisch Tell Waqqas oder Tell el-Qedah), erhebt.

Tell Hazor hat sich als einer der berühmtesten und reichsten kanaanitischen Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens gezeigt. Anhand der Funde ist es gelungen, zweitausend Jahre der vorchristlichen Geschichte Palästinas zu rekonstruieren.




Die Tempel im Grabungsabschnitt A (Akropolis)
/ Zeichnung: Grabungsareale auf der Akropolis (1200x1200)


Tell Hazor in Israel - vergrößerbar



Die beiden kanaanitischen Tempel auf Tell Hazor in Israel




Der Nord-Tempel

Als das Archäologenteam unter der Leitung von Yigal Yadin in den 50er-Jahren unter den Fundamenten der salomonischen Toranlage gruben, entdeckten sie einen Orthostateneingang zu einem Königstempel, den sogenannten Nordtempel.

Als Yadin dann Ende der 60er-Jahre wieder an dieser Stelle grub, legt er die Maße dieses Tempels frei. Es war ein rechteckiger Bau, der innen 16,2 m in Längsrichtung maß und 11,6 m in der Breite. Der Bau bestand aus dicken Ziegelmauern, die jeweils 2,35 m dich waren. Sie ruhten auf Steinfundamenten.

Dem Orthostaten-Eingang gegenüber lag eine Plattform, die 5 lang und 1,50 m breit war.

Der Tempel entstand in der mittleren Bronzezeit (18. - 16. Jh. v.Chr.).

Über diesem Tempel lag eine fast zwei Meter dicke Schuttschicht aus Ziegelsteinen. Die spätesten Stücke der Tonware stammten aus der späten Bronzezeit I, als dem 16. bis 15. Jh. v.Chr.. Der Tempel war also nach seiner Zerstörung nicht wieder aufgebaut worden.


Der kanaanitische Nordtempel auf Tell Hazor in Israel



Der Süd-Tempel

Spätestens seit der mittleren Bronzezeit IIC (17. - 16. Jh. v.Chr. - Stratum XVI) besaß die Akropolis einen Langhaustempel (Süd-Tempel - 16,2 x 11,6 m), der vielleicht zum Palast gehörte.

In der Spätbronzezeit I (16. - 15. Jh. v.Chr. - Stratum XV) wurde er beim Wiederaufbau mit Orthostaten ausgestattet.

Nach seiner erneuten Zerstörung erhielt der Bereich durch die folgende Spätbronzezeit II (14. Jh. v.Chr. - Stratum XIV und XIII) kein neues kultisches Gebäude, wurde aber als heiliger Bezirk genutzt.

Der Eingang zum Südtempel befand sich auf seiner Nordseite. Ihr gegenüber befand sich auf der Südseite eine Nische, die möglicherweise die nicht mehr erhaltene Götterstatue enthielt.

In der Mitte des Südtempels hatte man eine Favissa angelegt, in der man Tongefäße und zahlreiche Tierknochen fand.




Bilder des kanaanitischen Nordtempels


Der Nordpalast auf Tell Hazor in Israel  - vergrößerbar



Der Nordpalast auf Tell Hazor in Israel  - vergrößerbar




Der Nordpalast auf Tell Hazor in Israel  - vergrößerbar




Bilder des kanaanitischen Südtempels (Langhaustempel)




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar




Der kanaanitische Südtempel auf Tell Hazor in Israel - vergrößerbar



Quellen und Literatur



Weitere Informationen im Internet



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Ins Netz gesetzt am 16.03.2017; letzte Änderung 04.11.2017

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