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"Bucharisches Viertel" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der westlichen Jerusalemer Neustadt

Die Bilder sind vergrößerbar.


In den 1870/80er Jahren gründeten die bucharischen Juden, die aus Turkesten stammten und nach Jerusalem kamen, das Bucharische Viertel außerhalb der Jerusalemer Altstadt. Sie kauften Grundstücke nordwestlich von Mea Schearum und bauten die ersten 40 Häuser.

Um ihr Viertel zu bauen, stellten sie einen Städteplaner an, den sie anwiesen das Viertel und ie Häuser nach dem Vorbild der europäischen Großstädten zu bauen. Die geräumigen zweistöckigen Häuser standen an von Bäumen gesäumten 10,5 m breiten Boulevards. Die Nebenstraßen waren 5 Meter breit. Die Häuser sollten jeweils einen ganzen Block umfassen und um einen eleganten Hof gebaut sein.

Dennoch wurde weiter gebaut und bei den Anfängen des Staates Israel waren etwa 200 Gebäude errichtet worden.

Doch die soziale Struktur des Viertels wandelte sich. Ursprüngliche Bewohner zogen weg und etliche der großen Gebäude wurden in religiöse oder soziale Einrichtungen umgewandelt.

Einer der schönsten Gebäude ist das "Beit Yehudayoff-Hefetz" (Yehudahoff-Hefetz Haus) in der Esra Str. 19. Es wurde in den Jahren 1905-1914 von den wohlhabenden Kaufmannsfamilien der Yehudayoff und Hefetz errichtet und wurde wegen seines Luxus´ "Armon" (Palast) genannt. Heute beherbergt es zwei religiöse Mädchenschulen. Der 55 Meter lange Front ist im Stil der Neorenaissance erbaut. Die Fenster sind mit Bögen, Pilaster und Reliefs verziert. Das Flachdach ist von einem schmiedeeisernen Geländer umgeben, das mit Steinsäulen punktiert. Auf der obersten Etage befindet sich eine Synangogue.

Im ersten Weltkrieg hatte die türkische Armee hier ihren Sitz. Als die Briten 1917 Jerusalem eroberte, fand ein festlichen Empfang statt. 200 jüdische Soldaten, die in der britischen Armee dienten, feierten hier Passahfest. 1921 fand hier die Gründung des Oberrabbinats statt und die beiden Rabbiner Abraham Isaac Kook und Jacob Meir wurden in ihre Posten gewählt. Am Ende des britischen Mandats diente der "Armon" als Treffpunkt der Irgun.

Das "Beit Davidoff" in der HaBukharim Straße Nr. 10 wurde von einem italienischen Architekten entworfen. Es spiegel einen Baustil wider, der häufig in der Toskana zu finden ist. Das Haus wurde von Joseph Davidoff kurz vor dem ersten Weltkrieg errichtet. Später wurden hier Bildungseinrichtungen untergebracht. Seit 1983 ist steht es leer.

Das "Mosheyeff House" in der HaBukharim Str. Nr. 18 wurde von Simha Mosheyoff, dem ehemalige Leiter der jüdischen Gemeinde aus Turkestan gebaut. Es verfügt über vier Innenhöfe und seine Balkone und das Erdgeschoss sind mit Kolonnaden und Arkaden geschmückt. Im ersten Weltkrieg wurde es von den Türken beschlagnahmt und diente als Gefängnis. Nach der Gründung des Staates Israel beherbergte es Einwanderer. Heute sind im Gebäude mehrere kleine Werkstätten untergebracht.

Vom späten 19. Jahrhundert bis zum ersten Weltkrieg war das Bucharkische Viertel eines der wohlhabendsten Gegenden Jerusalems. Die Bucharischen jüdischen Händler und religiösen Gelehrten lebten in erster Linie vom Handel mit Baumwolle, Edelsteinen und Tee nach Zentralasien und Russland. Nach dem ersten Weltkrieg und der Oktoberrevolution 1917 verfiel das Viertel jedoch, vor allem weil die Einkommensquellen versiegten. Die Einwohner behielten nur noch ihr Häuser in Jerusalem. Sie mußten sie in keinere Appartments aufteilen und die Zimmer vermieten, um so Einkommen zu haben.

Die Revolution brachte auch eine Flut von verarmten russischen jüdischen Flüchtlinge in die Nachbarschaft. Später kamen auch Juden aus Persien und Iran hinzu und das Viertel war stark überfüllt. Wurde einst das Bucharische Viertel als das reichste und schönste gepriesen, so ist es heute genau das Gegenteil. Es ist einer der ärmsten. Die vergangene Herrlichkeit kann zwar an einigen restaurierten Häusern erkannt werden, immer noch viele Gebäude sind baufällig oder liegen nur noch in Ruinen. Viele Häuser wurden in der Zwischenzeit abgerissen und sind modernen Bauten gewichen. Auch das Bevölkerungsprofil hat sich geändert: heute sind die meisten Bewohner ultra-orthodoxe Juden (Haredim).

Bucharische Juden kleiden sich noch heute nach alter Sitte. Sie tragen ihre asiatischen Gewänder und bleiben ihren Sitten ihrer asiatischen Vorfahren treu.

Die Bucharischen Juden sind der Überzeugung, daß sie von der Nachfahren der Händer abstammen, die damals zur Zeit von König David bis nach Asien hin Handel trieben. Darüber hinaus stammen sie aus den Stämmen Asser und Naphtali, die von den Assyrern deportiert wurden und von Juden, die nach der Babylonischen Gefangenschaft nicht mehr nach Israel zurückkehrten.

Sie widerstanden der Assimilierung in der Ferne und wurden im Laufe der Zeit einer der reichsten Juden überhaupt.

Nördlich der Jaffa-Straße führt die Natan Strauss-Straße direkt in de Hesekiel-Straße. Rechts an der Ecke zur "Rehov HaBucharim" steht die 1895 gegründete alte bucharische Synagoge "Baba Tama". Sie ist 7 Meter hoch und fast komplett in blau dekoriert, da die Bucharischen Juden der Meinung sind, daß Satan die Farbe blaut fürchtet.

Die unten gezeigten Aufnahmen zeigen Impressionen der HaBucharim-Straße / Bezalel Ashkansim-Str. / HaRab Sommerfeld Str. bis zur Mea Schearim Str.




Das bucharische Viertel - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 02.05.2016; letzte Änderung am 05.05.2016

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