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Coenaculum - Abendmahlssaal - am Zionsberg in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

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Kurze Information

Auf dem christlichen Zion steht der Saal des "Coenaculum". Er erinnert an das letzte Abendmahl von Jesus Christus mit seinen Jüngern und stammt aus dem 14. Jh.

Markus 14,12-16
12 Und am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, als man das Passalamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst?
13 Und er sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folgt ihm
14 und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?
15 Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen und vorbereitet ist; dort richtet für uns zu.
16 Und die Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.

Apg. 1,12-14
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.
13 Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus.
14 Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern."



Ausführliche Informationen

Geschichte

Direkt unterhalb der südlichwestlichen Altstadt von Jerusalem erhebt sich der sogenannte "Zionsberg". In der christliche Tradition war dies das Stadtgebiet Jerusalems, in dem die ersten Christen lebten.

Wie der Name "Zion", der sich in der Bibel auf den Tempelberg bezieht, auf diesen Hügel im südwestlichen Teil der Stadt übertragen wurde, ist bis heute ungeklärt. Vielleicht geschah es im 4. Jahrhundert durch ein falsches Verständnis von Micha 3,12, wo von zwei Bergen - dem Zion und dem Tempelberg - die Rede zu sein scheint.

Das Bauwerk, in dem sich das Coenaculum befindet, steht auf dem Ort, den eine lange christliche Tradition mit dem letzten Abendmahl in Verbindung setzte und wo im 5. Jh. die gewaltige Zionkirche stand.

Bischof Epiphanius, im Heiligen Land geboren, berief sich auf ein Dokument aus dem 2. Jh. und schrieb im 4. Jh.: "Hadrian … fand die ganze Stadt dem Erdboden gleichgemacht und den Tempel Gottes zerstört. Es standen nur ein paar Häuser und das Haus Gottes, ein kleiner Bau auf jenem Platz, an dem sich die Jünger nach ihrer Rückkehr vom Ölberg, da der Retter zum Himmel aufstieg, im oberen Raum versammelt hatten. Diese (Kirche) war in dem Teil Zions erbaut, der mit einigen Häusern und Synagogen, die auf dem Berge Zion allein standen, der Zerstörung entgangen war; eine der Synagogen soll bis zur Zeit des Kaisers Konstantin gestanden haben."

Im Jahre 348 erwähnt Cyrill von Jerusalem die "Obere Kirche der Apostel, darin der heilige Geist über sie kam."

385 identifizierte die spanische Nonne Aetheria die Stelle als den Ort der Ostererscheinungen und der Pfingstereignisse.

Ihre Angaben werden im Jahre 530 durch den Pilger Theodosius ergänzt, der feststellt, daß sich der berühmte Obere Raum im Haus des Evangelisten Markus befinde, der ersten Synagoge der Christen und ihrem Hauptquartier in Jerusalem.

Das "kleine Gebäude", das Epiphanius erwähnt, wurde im 5. Jh. zur großen Kirche des "Heiligen Zion" ausgebaut. Ihr Erbauer war Johannes II., der Patriarchen von Jerusalem (384-414 n.Chr.) und sie wurde "Mutter aller Kirchen" genannt. Die riesige 5-schiffige Basilika wurde im Jahr 614 n.Chr. von den Persern zerstört. 20 Jahre danach wurde sie von Modestus, dem christlichen Patriarchen von Jerusalem, wieder aufgebaut.

Auf den Fundamenten dieser Basilika errichteten dann die Kreuzfahrer 1100 n.Chr. die dreischiffige Basilika "St. Marien-Kirche" und das dazugehörige Kloster. Im Süden erinnerte eine zweistöckige Kapelle, wobei die beiden Stockwerke durch Treppen miteinander verbunden waren, an das Abendmahl. Der obere Teil der Kapelle war mit Mosaiken geschmückt, die das Abendmahl und die Ausgießung des Heiligen Geistes darstellten. Der untere Kapellenraum hieß der galiläische und war der Fußwaschung und der Auferstehung geweiht.

Beide Kreuzfahrerbauten wurden 1219 n.Chr. von den Moslem zerstört.

1333 erhielten die Franziskaner von Sultan Malek en-Naser den Teil des Grundstücks, auf dem die frühchristliche Kirche stand. 1342 ließ die Königin von Neapel darauf ein zweistöckiges Gebäude errichten, das eine Kapelle und den Abendmahlssaal umschloß. Bis 1352 erwarben die Franziskaner weitere Grundstücke auf dem Zion, bis Sultan Süleyman I. den Orden 1552 vom Berg vertrieb und hier ein rein moslemisches Viertel gründete.

1524 beschlagnahmte der türkische Sultan Süleyman I. das Heiligtum, um das sich Juden und Christen stritten. Er wandelte es in eine dem „Propheten“ David gewidmeten Moschee (al-Nabi Da'ud) um.



Der heutige Saal

Die heutige "Kapelle des Coenaculum" geht in ihrer Architekturgestalt auf die Franziskaner zurück, die diesen Raum im 14. Jh. anläßlich ihrer Rückkehr in die Stadt errichtet haben.

Der kleine, zweistöckge Bau beherbergt im Obergeschoß das Coenaculum, das von allen Christen (außer den syrisch-orthodoxen) als Stätte des letzen Abendmahls verehrt wird.

Das Rippengewölbe der Kapellendecke ist typisch für die lusitanische oder zypriotische Gotik.

Das Kapitell, welches den Bogen über der Treppe an der südwestlichen Ecke des Saales gegenüber dem Eingang stützt, ist mit zwei Pelikanen geschmückt, die an der Brust eines dritten picken. Die Szene stellt die Legende des Pelikans dar, der seine Nachkommen von seinem eigenen Körper nährt. Mit der Zeit wurde dies zum Symbol für das Opfer von Jesus Christus.

Weitere Kreuzfahrerrelikte sind rechts neben dem Eingang zu sehen: Es sind zwei verblasste Farbfresken von Kreuzfahrerwappen.

Der reich verzierte Mihrab, die muslimische Gebetsnische, wurde 1524 eingefügt, als der türkische Sultan Süleyman I. das Heiligtum beschlagnahmte, die Franziskaner aus dem Gebäude vertrieb und es in eine dem „Propheten“ David gewidmeten Moschee (al-Nabi Da'ud) umwandelte.

An der Nordwand befindet sich an der Wand eine arabische Inschrift. Sie stammt von dem osmanischen Sultan Suleiman I. dem Prächtigem und beschreibt, wie die alte Kirche (ebenso wie das Grab von König David) in eine Moschee verwandelt wurde.

Der Raum im Erdgeschoß unter dem Coenaculum enthält ein Kenotaph, das seit dem 12. Jahrhundert als "Grab König Davids" bekannt ist - obwohl die Begräbnisstätte des Königs dem biblischen Bericht zufolge in der "Davidstadt" auf dem Ophel-Hügel lag (1. Kg. 2,10).

Das gesamte Gebäude des Abendmahlsaales in Jerusalem befindet sich seit 1948 im Eigentum des jüdischen Staates und ist ein Museum.




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Ins Netz gesetzt am 20.11.2010; letzte Änderung am 25.01.2012

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