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Jüdische Gräber auf dem Ölberg

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Jerusalem

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"Bet chajim" ist der schöne Ausdruck für Friedhof - er heißt "Haus des Lebens". Man kann zum Friedhof auch "Bet kewarot" - Haus der Gräber sagen. Jüdische Gräber werden nicht nach einer gewissen Zeit aufgelöst, sondern bleiben für immer bestehen, siehe z.B. die jüdischen Gräber auf dem Jerusalemer Ölberg, auf dem sich über 4000 Jahre alte Prophetengräber befinden.

Der Ölberg erhebt sich östlich von Jerusalem und die Hügelkette erreicht eine Höhe von 827 m; der eigentliche Ölberg mit der Himmelfahrtskuppe ist 809 m hoch und liegt damit 120 m über dem Kidrontal und etwa 65 m über dem Tempelberg.

Für einen frommem Juden ist es eine Ehre auf dem Ölberg begraben zu werden, denn nach der Weissagung des Propheten Sacjarjas werden die Füße des Messias am Tag des Herrn auf dem Ölberg stehen. Nach dem Propheten Hesekiel wird die Herrlichkeit Gottes von Osten her wieder in Jerusalem einziehen.

Sacharja 14,1-4 (Jerusalem und die Völkerwelt am Tag des Herrn) nach Luther 1984
1 Siehe, es kommt für den HERRN die Zeit, dass man in deiner Mitte unter sich verteilen wird, was man dir geraubt hat.
2 Denn ich werde alle Heiden sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden. Und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Und der HERR wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht.
4 Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, vom Osten bis zum Westen, sehr weit auseinander, sodass die eine Hälfte des Berges nach Norden und die andere nach Süden weichen wird.
5 Und das Tal Hinnom wird verstopft werden, denn das Tal wird an die Flanke des Berges stoßen. Und ihr werdet fliehen, wie ihr vorzeiten geflohen seid vor dem Erdbeben zur Zeit Usijas, des Königs von Juda. Da wird dann kommen der HERR, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm.


Hesekiel 43,1-4 (Der Einzug der Herrlichkeit des HERRN in den Tempel) nach Luther 1984
1 Und er führte mich wieder zum Tor im Osten.
2 Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam von Osten und brauste, wie ein großes Wasser braust, und es ward sehr licht auf der Erde von seiner Herrlichkeit.
3 Und es war ganz so wie das Gesicht, das ich geschaut hatte, als der Herr kam, um die Stadt zu zerstören, und wie das Gesicht, das ich gesehen hatte am Fluss Kebar. Da fiel ich nieder auf mein Angesicht.
4 Und die Herrlichkeit des HERRN kam hinein ins Tempelhaus durch das Tor, das nach Osten liegt.

Aufgrund dieser Prophezeiung wurde am Westhang des Ölberges ein ausgedehnter jüdischer Friedhof angelegt, der eine eine bevorzugte Begräbnisstätte für Juden ist. Viele Juden kamen nach Jerusalem , um hier zu sterben und auf dem Berg begraben zu werden.

Zwischen 1948 und 1967 stand der Ölberg und mit seinem Friedhof unter jordanischer Besatzung. In dieser Zeit wurde dort nicht nur ein Hotel gebaut, sondern es wurden auch viele Gräber geschändet und beschädigt, viele Grabsteine entwendet und herausgerissen und zum Teil für den Straßenbau verwendet. Bis heute liegen noch zahlreiche Grabsteine lose verstreut herum. Seit der Rückkehr der Israelis ist man um eine Renovierung dieser für Juden heiligen Stätte bemüht.<



Jüdische Friedhöfe

Juden wünschen sich zum Geburtstag nicht nur Masaltov! sondern auch "Ad mea we'essrim!", d.h. "Bis 120!" weil Mose 120 Jahre alt wurde. Viele wünschen neuerdings "Ad mea ke-essrim - Bis 100 wie 20." Wenn bei testamentarischen Fragen die Rede auf den Tod kommt, sagt man nicht nach dem Tod, sondern "Achare mea we´essrim - Nach 120".

Der Verstorbene wird noch am Tage seines Ablebens beerdigt, auch zu Mitternacht, damit der Leichnam nicht verwest. Kremation ist im Judentum und besonders in Israel tabu.

Der Tote wird von der Beerdigungsbruderschaft "Hevrat Kadischa" gewaschen und in seinen Gebetsmantel eingehüllt, von dem man vorher die vier Quasten abgeschnitten hat. Särge sind in Israel nicht üblich. Der Verstorbene wird auf einer Bahre zum Grab getragen und sofort in das meist aus Felsen gehauene Grab gelegt. Dieses wird anschließend mit Erde zugedeckt und mit einer Steinplatte verschlossen. Wer das Grab besucht, legt keine Blumen darauf, sondern kleine Steine (ein Steinhaufen, Gal-Ed, über den Verstorbenen war schon zu Zeiten der Kinder Israels in der Wüste Sitte).

Danach sitzt man im Hause des Verstorbenen sieben Tage lang auf niedrigen Stühlen mit eingerissenem Hemd und trauert um den Toten. Dazu kommen die Familienangehörigen, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen. Während der ersten 30 Tage ist Trauerzeit, da ist für die Angehörigen des Verstorbenen jede freudige Feier untersagt.

In 1.Mose 35,20 lesen wir, dass Jakob nach dem Tod seiner Frau Rahel auf ihrem Grab einen "Denkstein" setzte, der bis auf diesen Tag bei Bethlehem zusehen ist. Es gibt keine einheitliche Vorschrift für die Inschrift auf dem Grabstein. In der Diaspora schreibt man auf den Grabstein den hebräischen und den bürgerlichen Namen des Verstorbenen sowie auch die Daten der Geburt und des Todes gemäß hebräischer und christlicher Zeitrechnung. In Israel stehen auf dem Grabstein nur die hebräischen Daten.

In der aschkenasischen Tradition setzt man vor den Namen die hebräischen Buchstaben "pe nun". Sie stehen für "po nitman - hier ruht"; nach sefardischem Brauch benutzt man die Buchstaben "mem kuf", d.h. "matzewet kewurat - Grabstein des Grabes von ... ".

Viele Grabsteine enthalten noch die Anfangsbuchstaben von "tihejeh nischmato zerurah bizror hachajim - Möge seine Seele eingebunden sein im Bund des Lebens" (abgeleitet von 1. Samuel 25,29).

Wenn man auf Grabsteinen zwei abgebildete Hände sieht, so ruht in diesem Grab jemand aus dem Priestergeschlecht Aarons, ein Kohen, und ist darauf ein Krug abgebildet, so ruht hier ein Levit.
























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Copyright (C) 2010 by www.theologische-links.de
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
Mit freundlicher Genehmigung aus "Nachrichten aus Israel" Heft 1/2010.
Ins Netz gesetzt am 1.4.2010; letzte Änderung 15.01.2012
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