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Die "Karaiten-Synagoge" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten im jüdischen Altstadtviertel von Jerusalem


Die "Karaiten-Synagoge" (Anan ben David-Synagoge) liegt nur wenige Meter östlich vom Hurva-Platz entfernt. Man erreicht sie über einen Treppenaufgang, den man leicht übersieht. Ihr Eingang ist direkt gegenüber der Ruine "Tiferet Yisrael Synagoge". Die Synagoge wurde zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erbaut, als die Gemeinschaft der Karaiten im jüdischen Viertel blühte.

Mit der Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer schwanden die Karaiten-Gemeinde und die jüdischen Familien. Sie nahmen jedoch wieder ein wenig zu, als Saldin im 12. Jh. an die Macht kam.

Während der Zeit der britischen Mandatszeit lebten hier nur noch zwei Karaiten-Familien, die jedoch zusammen mit anderen jüdischen Familien im Jahr 1948 ausgesiedelt wurden.

Die Synagoge litt sehr im Jahr 1948; sie wurde jedoch 1967 der Karaiten-Gemeinde zurückgegeben; die Renovierung der Synagoge wurde 1982 abgeschlossen.

Die Sekte der Karaiten spaltete sich im 8. Jh. vom rabbinischen Judentum ab. Ihr Gründer ist Anan ben David. Die Karaiten erkennen nur die Gebote der 5 Bücher Mose an. Alle anderen Schriften des Alten Testaments lehnen sie ab, ebenso wie die mündliche jüdische Überlieferung, wie sie später im Tamlud festgehalten wurde.

Entsprechend ihrer Kritik am Talmud haben die Karaiten keine Jeschiwot (Talmudschule) wie rabbinische Juden. Ihre Bethäuser nennen sie "Kenesa" statt "Synagoge". Die Karaiten stehen in ihren Synagogen anstatt zu sitzen, und ihre Gebete verrichten sie nach Süden statt nach Osten gewandt und ohne Tefillin.

Etliche weitere Riten werden von den Karaiten anders ausgeführt als von anderen jüdischen Gemeinschaften. Der Kalender der Karaiten richtet sich strenger nach dem Mond als der rabbinischen Juden und er weist zahlreiche Abweichungen vom traditionellen jüdischen Kalender auf. Heutzutage werden die Karaiten in Israel als nichtreligiöse Juden eingestuft.

Zu bestimmten Zeiten waren die Karaiten gegenüber den anderen Juden in Jerusalem sogar in der Überzahl. Heute existiert jedoch in ganz Israel nur noch eine sehr kleine Karaiten-Gemeinde, in Jerusalem sind es nur noch eine Hand voll.

Ihre Synagoge, die der Tradition nach von Anan ben David gegründet wurde, liegt in einem teilweise unterirdischen rechteckigen Bau. Sie ist durch zwei Pfeiler in zwei Schiffe mit Kreuzgratgewölbe unterteilt. Jedes Schiff hat am Ostende eine Nische, welche die Schriftrollen enthalten. Unüblich ist die Bema an der Ostwand zwischen den beiden Nischen.Die Gläubigen beten hier auf Teppichen in der ansonsten leeren Halle. Da ein Obergeschoß fehlt, beten die Frauen durch einen Wandschirm getrennt an der Westwand.

Der Besuch der Synagoge ist aus halachischen Gründen für die Öffentlichkeit nicht erlaubt. Nur durch ein Fenster vom kleinen Museum aus kann man in die Räumlichkeiten blicken.




Karaiten Synagoge - vergrößerbar



Karaiten Synagoge - vergrößerbar


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Ins Netz gesetzt am 6.6.2011; letzte Änderung 16.09.2012

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