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Die "Königsgräber" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der nördlichen Jerusalemer Neustadt

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Kurze Information

Die sogenannten "Königsgräber" sind eine in den Felsen gehauene Grabanlage aus dem 1. Jh. n.Chr.


Ausführliche Information

Ca. 700 m nördlich des Damaskustores befindet sich an der Kreuzung zwischen Nablus Straße und Saldin Straße eine bemerkenswerte archäologische Anlage: Die sogenannten "Königsgräber". Diese großartige und eindrucksvolle Grabhöhle zählt zu den wichtigsten Funden dieser Art im Heiligen Land.

Die Gräber haben nichts mit der Grabstätte der jüdischen Königen zu tun, wie man lange Zeit vermutet hatte. Der französische Archäologe Louis Felicien de Saulcy (auch genannt Félix de Saulcy) fand bei seinen zweiten Grabungen in den Königsgräbern im Jahr 1863 einen Sarkopharg, deren Inschriften er falsch deutet. Bis zu seinem Tod war er felsenfest der Meinung, die Knochen einer jüdischen Königin aus der Zeit des ersten Tempels gefunden zu haben. Doch spätere Unterschungen ergaben, daß es Königin Helena von Adiabene gewesen war, die diese monumentale Anlage im 1. Jh. n.Chr. für sich und ihre Familie geschaffen hatte.

Zwischen 35 und 40 n.Chr. wurden Helena, Königinwitwe von Adiabene, und ihr Sohn Izates von jüdischen Kaufleuten zum Judentum bekehrt. Sie kam als Pilgerin während der großen Hungersnot (vgl. Apostelgeschichte 11,27-30) zwischen 46 und 48 n. Chr. nach Jerusalem und begann sofort, Lebensmittel zu beschaffen. Sie beschloß, in Jerusalem zu bleiben und baute in der Unterstadt einen Palast (Jüdischer Krieg 5,253), wo sie etwa 20 Jahre wohnte.

Der Tod von König Izates führte sie 64-65 n. Chr. nach Adiabene zurück, aber sie überlebte ihn nicht lange.

Monobazus (ein anderer Sohn) sandte ihre und Izates' Gebeine nach Jerusalem und befahl, sie sollten bei den drei Pyramiden beigesetzt werden, die ihre Mutter errichtet hatte. Sie waren mehr als drei Achtelmeilen (= etwa 600 m) von der Stadt Jerusalem entfernt" (Jüdische Altertümer 20,95).

Der Straßeneingang zur archäologischen Anlage ist leicht zu übersehen. Das unscheinbare eiserne Hauptportal mit der Aufschrift "Tombeau des Rois" ist gegenwärtig geschlossen (2011), aber wenige Meter links daneben ist eine kleine Türe zu finden, die den Zugang zur Stätte ermöglicht.

Hinter dem Haupteingang befindet sich ebenerdig ein geschotterter kleiner Platz. Rechts von ihm führt eine 9 m breite und 25 stufige Treppe Rampe hinunter in einen Hof, der sich ca. 15 tiefer befindet. Durch ein großes, in den Stein gehauenes Portal betritt man einen ca. 27 x 27 einen großen Hof. Dieser war ursprünglich ein Steinbruch, in dem man schönen Malachit förderte. Die heutige Treppe hat sich aus der Rampe entwickelt, auf der die Blöcke einst hinaufgezogen wurden. Winterregen, der die Treppen hinabflutet, wurde in zwei Rinnen aufgefangen, die das Wasser in seitliche Kanäle leiten, die in großen Zisternen am Fuß der Rampe enden.

Die eigentliche Grabanlage ist in den Felsen gehauen. Die 12 m breite, loggiaähnliche Eingangshalle war von zwei Säulen gestützt, die heute nicht mehr existieren. Ihren oberen Rand schmücken Blattornamenten und ein dorischer Fries mit Triglyphen, Akanthusblättern, Kränzen und Pinienzapfen.

Außerhalb wie innerhalb der Eingangshalle sind Becken, die zur Reinigung der Toten verwendet wurden.

Der Eingang zu den Grabkammern befindet sich links in der Loggia. Um den kleinen Eingang befinden sich Einschnitte, die schwere Blöcke aufnehmen sollten. Damit sollte der kleine Eingang, der von noch vorhandenen Wälzstein verschlossen wurde, völlig verborgen bleiben. Es gab einen besonderen Mechanismus, der sich automatisch hinter möglichen Eindringlingen schloß. Hinter dem Eingang befindet sich ein Vorraum von dem Türen zu drei Grabkammern mit insgesamt 48 Gräbern führen. Zwei weitere Kammern war geplant, wurden aber nie fertig. Die Kammer, die den Sarkophag der Königin Helena enthielt, ist über eine geheime Treppe unterhalb des Bodens zu erreichen.

Auch wenn der Eingang zur Anlage gut verborgen war, plünderten Räuber das Grab, aber den gut versteckten Sarkopharg der Königin fanden sie nicht. Er trägt die hebräische und syrische Inschrift "Tzara malchata" und befindet sich heute im Louvre, wohin ihn damals im Jahr 1864 de Saulcy heimlich hatte bringen lassen.

In den 70er Jahren des 19. Jh. kaufte eine französische jüdische Familie die "Königsgräber" und übertrug später den Besitz auf die französische Regierung.

Während der Renovierungsarbeiten (seit 2011) kann man nicht über die Rampe in den Hof gelangen, sondern nur über eine provisorisch errichtete Metalltreppe. Der Eintritt in die Anlage kostet NIS 10.-




Königsgräber - vergrößerbar



Königsgräber - vergrößerbar



Königsgräber - vergrößerbar



Königsgräber - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 26.12.2011; letzte Änderung am 15.02.2013

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