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Der "Muristan" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der Jerusalemer Altstadt

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Südlich der Grabeskirche liegt ein ca. 130 x 130 Meter großes Viertel, das aus dem Forum der hadrianischen "Colonia Aelia Capitolina" hervorging: der "Muristan". Auf der nordöstlichen Ecke steht die deutsch-lutherische Erlöserkirche und südwestlich die griechisch-orthodoxe Kirche des Johannes des Täufers.

"Muristan" bedeutet auf Persisch "Hospiz" und erinnert daran, daß die Bauten auf diesem Areal jahrhundertelang den Pilgern als Unterkunft- und Verpflegungsstätten dienten.

Karl der Große hatte das Hospiz im frühen 9. Jahrhundert mit Genehmigung von Kalif Harun al-Raschid bauen lassen. 1009 wurde es durch den Fatimidenkalif Al-Hakim beschädigt und z.T. zerstört.

1063 wurde die Anlage von italienischen Kaufleuten aus Amalfi restauriert, die Frömmigkeit und Profit verbanden. Sie errichteten drei Kirchen mit jeweils angeschlossenem Hospital/Hospiz:

Für Frauen St. Maria-Minor,
für Männer St. Maria-Latina,
für Arme St. Johannes der Täufer.

Die Gesamtaufsicht übernahmen Mönche und Nonnen der Benediktiner.

Im Jahr 1099 wurden einige Ritter aufgenommen, die beim Angriff auf Jerusalem verwundet worden waren. Ein paar von ihnen blieben und dienten an der Seite des Herbergsvaters. 10 Jahre später gelobten sie, als Ritter des Heiligen Johannes vom Hospital Kranke zu pflgen und Pilger zu beschützen. In kurzer Zeit entwickelten sie sich zum militärischen Orden der Hospitaliter (Johanniter).

Obwohl die Hospiz-Anlage nach dem Zusammenbruch der Kreuzfahrer-Herrschaft gegen Ende des 13. Jahrhunderts immer mehr verfiel, konnte die Pilgerstätte noch bis zum 15. Jahrhundert insgesamt 400 Pilger aufnehmen. Das Ende des Hospizes kam im 16. Jahrhundert, als Suleiman der Prächtige die mächtigen Steine der verfallenden Hospiz-Bauwerke für den Bau der Jerusalemer Stadtmauer verwendete.

1869 teilten die Türken dieses Areal. Sultan Abdul Hamid II. schenkte die östliche Hälfte des Viertels dem Deutschen Reich und die westliche dem griechisch-orthodoxen Patriarchat. Die griechisch-orthodoxe Kirche errichtete einen hübschen Bogeneingang und den verzierten Muristan-Brunnen und die preußischen Protestanten bauten die Erlöserkirche.

Von den Originalbauten ist nichts mehr erhalten geblieben. Der Muristan präsentiert sich somit heute ganz anders als ursprünglich. Das Zentrum des Muristan bildet heute der Griechische Basar (Suq Aftimos), der um die Jahrhundertwende als geschlossenes Geschäftsviertel errichtet wurde.

Inzwischen säumen schöne Gebäude aus rosa Stein die ruhigen Straßen. Alle Straßen, an deren Beginn monumantale Tore stehen, laufen am Brunnen auf dem Hauptplatz zusammen. Es ist jene Stelle, an der sich im 12. Jh. das Hospiz der Benediktinerinnen mit der Kirche St. Maria-Minor befand. Im gesamten Bereich des Suq drängen sich heute Souvenir-, Kunsthandwerk- und Antiquitätenläden.

Direkt neben dem Brunnen finden Sie eine kleine, aber gut sortierte christliche arabische Buchhandlung. Der Eingang befindet sich - von Norden her kommend - nur wenig südlich des Brunnens auf der linken Seite.

Wenige Meter in Richtung Johanneskirche finden Sie auf der rechten Seite den Eingang zum Restaurant "Panoramic Golden City". Von dessen Dach aus hat man einen wunderbaren Rundblick auf die Altstadt.




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Ins Netz gesetzt am 22.12.2011; letzte Änderung am 03.05.2013

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