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"Notre Dame von Frankreich" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der westlichen Jerusalemer Neustadt

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Kurze Information

"Notre Dame von Frankreich" wurde in den Jahren 1885-1904 als Herberge für französische Pilger erbaut.


Ausführliche Information

1882 kamen unter der Leitung der französischen Assumptionisten große Pilgergruppen in das Heilige Land. Die Erfahrungen mit Pilgerreisen waren der Anlass zur Idee, in der unmittelbaren Nähe der Jerusalemer Altstadt eine Herberge für französische Pilger zu erbauen, nach dem Beispiel des russischen Pilgerhospizes (Russisches Gelände), das schon in der Jaffastraße existierte.

Der französische Graf Marie Paul Amedee de Pillaet wurde von der katholischen religiösen Gemeinschaft mit der Suche eines Grundstückes beauftragt, um das Projekt umzusetzen. Und er wurde fündig. Er fand vor der Altstadtmauer ein Gelände von 4.000 m² direkt neben dem französischen St.-Ludwig-Krankenhaus (Hopital Français St. Louis). Dank großzügiger Wohltäter konnten die Assumptionisten das Grundstück erwerben. Die Vorbereitung des Bauprojekts begann unter der Leitung P. Germer-Durands. Am 10. Juni 1885 wurde feierlich der Grundstein gelegt und drei Jahre später konnten die ersten Pilger Unterkunft finden.

Msgr. Poyet aus der Diözese Lyon, der damals der amtierende Generalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem war, schlug 1886 den Namen für das neue Gebäude vor: „Notre Dame von France“.

1893 fand die Grundsteinlegung der Kapelle statt, die 1894 eigeweiht wurde. Nach 20 Jahren fortdauernder Bauarbeiten konnte der Bau 1904 beendet werden. Er wurde mit einer großen Marienstatue über der Hauptfassade des Gebäudes gekrönt, einer Kopie der Pariser Statue „Unserer lieben Frau der Rettung“.

Während des Unabhängigkeitskrieges von 1948 war das Gebäude der Schauplatz heftigster Kämpfe zwischen der jüdische Untergrundorgnisation "Hagana" und der jordanischen Legion. Bei diesen Kämpfen wurde Notre Dame schwer beschädigt. Der südliche Trakt gegenüber der Altstadt wurde durch die Explosion von zwei Bomben unbewohnbar und verwandelte sich in einen israelischen Wachposten. Der nördliche Teil und die Gartenhäuschen wurden von Flüchtlingen besetzt. Die Assumptionisten konnten weiterhin im Mitteltrakt neben der Kapelle wohnen. Sie führten ihre Mission fort, den Pilgern ihre traditionelle Gastfreundschaft anzubieten.

Nach dem Krieg nutzte die israelische Armee bis 1967 den südlichen Teil der Anlage als Kommandozentrale.

Doch die Kosten für den Unterhalt der Anlage machten den Besitzern sehr zu schaffen. Auch nach dem 6-Tage-Kriege, als die Stadt Jerusalem wieder vereinigt war und die Grenzen wieder geöffnet wurden, verbesserte sich die Situation nicht. Die Reparaturkosten überstiegen die Möglichkeiten der verbleibenden Ordensbrüder, da sie nicht mehr mit Hilfe aus dem Ausland rechnen konnten.

Nachdem die Situation unhaltbar geworden war, gelangte das Zentrum zu guter letzt am 2. März 1972 in die Hände des Vatikans, wodurch es wieder seinem ursprünglichem Zweck der Pilgerherberge zurückgeführt werden konnte.

Der gesamte Komplex "Notre Dame" - die Herberge St. Vinzent von Paul, das Krankenhaus St. Ludwig und die Herberge Notre Dame von Frankreich - gehören heute dem Vatikan. Notre Dame selbst ist in der Zwischenzeit als Unterkunft für Jerusalembesucher sehr populär geworden.




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Ins Netz gesetzt am 8.1.2011; letzte Änderung 11.07.2012

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