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Der "Ölberg" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

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Der Ölberg


Der Ölberg (hebräisch Har HaZetim; arabisch et-Tur oder Dschabal az-Zaitun) in Jerusalem ist Teil einer nordsüdlich verlaufenden Hügelkette und liegt nordöstlich und östlich des Tempelbergs und der Jerusalemer Altstadt.

Die Hügelkette beginnt im Norden mit dem Berg Skopus (819 m) und setzt sich mit den Anhöhen el-Medbase (827 m) und Umm et-Tala (815 m) fort. Am Ölberg ist sie an der Himmelfahrtskapelle 809 m hoch. Im Süden schwingt sich die Erhebung mit dem Berg des Ärgenisses (744 m) aus.

Die Himmelfahrtskapelle (809 m) liegt damit 120 m über dem Kidrontal und etwa 65 m über dem Tempelberg.

Der Name "Ölberg" – in den meisten anderen Sprachen lautet er Olivenberg – leitet sich vom ursprünglichen Bewuchs mit Olivenbäumen ab.

Eine Straße verläuft den Kamm entlang; an verschiedenen Punkten hat man großartige Ausblicke auf die Altstadt und über die judäische Wüste auf das Jordantal und die Berge von Moab.

Vom Unabhängigkeitskrieg 1948 bis zum Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 war das ganze Gebiet mit Ausnahme des noch zum Hügelzug gehörenden Berg Skopus von den Jordaniern besetzt.



Der Ölberg in der Bibel

Zur Zeit von David (1004-965 v. Chr.), der auf diesem Weg vor Absaloms Verrat floh, gab es ein jüdisches Heiligtum auf dem Gipfel (2. Samuel 15,30-32). In der folgenden Generation entstanden hier weitere Heiligtümer.

2. Samuel 15,30ff
30 David aber ging den Ölberg hinan und weinte, und sein Haupt war verhüllt und er ging barfuß. Auch alle vom Volk, die bei ihm waren, hatten ihr Haupt verhüllt und gingen hinan und weinten.
31 Und als David gesagt wurde, dass Ahitofel im Bund mit Absalom sei, sprach er: HERR, mache den Ratschlag Ahitofels zur Torheit!
32 Und als David auf die Höhe kam, wo man Gott anzubeten pflegte, siehe, da begegnete ihm Huschai, der Arkiter, mit zerrissenem Rock und Erde auf seinem Haupt.

Salomo baute auf dem südlichen Ausläufer Tempel für die Götter seiner ausländischen Frauen (2. Könige 23,13) nahe der heutigen Maison d'Abraham, von deren Mauer man einen umfassenden Blick auf die gesamte Stadt Davids gewinnt.

2. Könige 23,13
13 Auch die Höhen, die östlich von Jerusalem waren, zur Rechten am Berge des Verderbens, die Salomo, der König von Israel, gebaut hatte der Astarte, dem gräulichen Götzen von Sidon, und Kemosch, dem gräulichen Götzen von Moab, und Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter, machte der König unrein

Nach der Errichtung des Tempels in Jerusalem wurde auf dem Ölberg das Opfer der rötlichen Kuh (4. Mose 19,1-10) vollzogen; die Prozession verließ den Tempel durch das Osttor, geführt vom Hohenpriester, kreuzte das Kidrontal auf einem besonderen Damm und stieg zum Gipfel hinauf, wo das Tier geopfert wurde (Mischna, Traktat "Parah").

Jesus war mit dem Ölberg vertraut, denn als er nach Jerusalem gekommen war, wohnte er bei seinen Freunden in Bethanien (Lukas 10,38; Markus 11,11). Jeden Tag wanderte er über den Berg in die Stadt und kehrte abends zurück (Lukas 21,37).

Lukas 21,36
37 Er lehrte des Tags im Tempel; des Nachts aber ging er hinaus und blieb an dem Berg, den man den Ölberg nennt.

Wenn man nicht auf und ab durch Wadis klettern will, erlaubt das Gelände nur einen Weg: Von Gethsemane geradeaus bergauf bis Et Tur und den Kamm entlang bis Bethphage (fast wie die heutige Straße), dann einen anderen Kamm entlang nach Bethanien.

Eines Tages saß Jesus im Tempel und wurde auf die Schönheit des Tempels hingewiesen. Er antwortete darauf mit dem Schicksal des Tempels, nämlich seiner Zerstörung (Lukas 21,5).

Lukas 21,5
5 Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Kleinoden geschmückt sei, sprach er: 6 Es wird die Zeit kommen, in der von allem, was ihr seht, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.Der



Palmzweige wurden geschwenkt, als er im Triumph nach Jerusalem einritt (Markus 11,1-10), vorbei am Garten Gethsemane, wo er ein paar Tage später gefangen genommen wurde (Markus 14,26-52). Lukas erwähnt die Himmelfahrt Jesu auf dem Ölberg (Apostelgeschichte 1,6-12).

Markus 11,1ff
1 Und als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien an den Ölberg, sandte er zwei seiner Jünger
2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sobald ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her!
3 Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr das?, so sprecht: Der Herr bedarf seiner, und er sendet es alsbald wieder her.
4 Und sie gingen hin und fanden das Füllen angebunden an einer Tür draußen am Weg und banden's los.
5 Und einige, die dort standen, sprachen zu ihnen: Was macht ihr da, dass ihr das Füllen losbindet?
6 Sie sagten aber zu ihnen, wie ihnen Jesus geboten hatte, und die ließen's zu.
7 Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf.
8 Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber grüne Zweige, die sie auf den Feldern abgehauen hatten.
9 Und die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!
10 Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Hosianna in der Höhe!
11 Und Jesus ging hinein nach Jerusalem in den Tempel und er besah ringsum alles, und spät am Abend ging er hinaus nach Betanien mit den Zwölfen.



Der Ölberg und die Belagerung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr.

Als sich 70 n. Chr. die römischen Legionen zur Belagerung Jerusalems sammelten, marschierte die Zehnte Legion den Osthang des Ölbergs hinauf und kampierte nahe der Kreuzung in dem flachen Sattel.

Titus lag mit der XII. und XV. Legion am Berg Skopus, so benannt, weil er "den ersten Blick auf die Stadt und auf den von fern schimmernden Berg des Tempels" (Josephus, Krieg 5,67-70) erlaubt.



Der Ölberg in byzantinischer Zeit

In byzantinischer Zeit strömten die Christen zum Ölberg, weil er mit Jesus verbunden war und auch wegen des prächtigen Ausblicks auf die heiligen Stätten der Stadt.

Nach Augenzeugen gab es um das 6. Jarhundert 24 Kirchen auf dem Berg, umgeben von Klöstern, in denen zahllose Mönche und Nonnen lebten.



Die Gräber auf dem Ölberg

Die Anlage eines jüdischen Friedhofs am Südwestende des Ölbergs geht auf die Überzeugung zurück, daß sich im Kidrontal (Tal Josaphat) die Menschheit versammeln wird, um von Gott gerichtet zu werden. Dieser Glaube ergibt sich aus der Verbindung des Buches Joel 3,2 mit Sacharja 14,4.

Sacharja 14,4
1 Siehe, es kommt für den HERRN die Zeit, dass man in deiner Mitte unter sich verteilen wird, was man dir geraubt hat.
2 Denn ich werde alle Heiden sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden. Und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Und der HERR wird ausziehen und kämpfen gegen diese Heiden, wie er zu kämpfen pflegt am Tage der Schlacht.
4 Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt nach Osten hin. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, vom Osten bis zum Westen, sehr weit auseinander, sodass die eine Hälfte des Berges nach Norden und die andere nach Süden weichen wird.




Ölberg in Jerusalem - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 13.07.2012; letzte Änderung 14.06.2017

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