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Die "Stadtmauer" von Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der Jerusalemer Altstadt


Kurze Information

Die heutige Altstadtmauer von Jerusalem wurde in den Jahren 1535-41 n.Chr. von dem türkischen Sultan Suleiman dem Prächtigen erbaut.



Ausführliche Information

Jerusalem in alttestamentlicher Zeit

Jerusalems Stadtmauern sind steingewordene Geschichte. In bisher 36 Kriegen wurde Jerusalem in Schutt und Asche gelegt und 18mal wieder aufgebaut.

Schon zur Zeit der Jebusiter (um 1400 v.Chr.) war die Stadt von einer Ringmauer umgeben.

König David erneuerte sie und sein Sohn Salomo erweiterte und verstärkte sie nach Norden, da ihm die Täler im Osten und Westen keine andere Wahl ließen. Die Mauer sollte den neuerbauten Tempel- und Palastbezirk umfassen. Dabei versah er sie mit zahlreichen Türmen und Toren.

Die Leiden der folgenden Jahrhunderte verursachten, daß die Stadt sich erst ausdehnte, dann wieder schrumpfte. Der assyrische Einmarsch im Nordreich Israels gegen Ende des 8. Jhs. v. Chr. setzte Ströme von Flüchtlingen in Richtung Jerusalem in Bewegung. Da die zugezogenen Israeliten keinen Platz innerhalb der Stadtmauer fanden, bauten viele im Westen außerhalb der Mauer.

Als der assyrische König Sanherib 701 v. Chr. die Stadt bedrohte, errichtete König Hiskia zu ihrem Schutz eine neue Mauer, die den Westhügel mit einschloß und den Umfang der Stadt fast verdreifachte. Man weiß nicht genau, wo diese Mauer verlief, bisher sind nur 40 m freigelegt. Das war die Stadt, die 586 v. Chr. von den Babyloniern verwüstet wurde.

Erst unter Nehemia (445-443 v. Chr.) wurden die Mauern von Jerusalem wieder aufgebaut, doch zwang ihn eine stark verringerte Bevölkerung, sich auf eine Linie zurückzuziehen, die weniger als die Stadt Salomos einschloß.



Jerusalem in hellenistischer Zeit (1. Mauer)

Nach dem Aufstand der Makkabäer zu Beginn des 2. Jhs. v.Chr. wuchs die Jerusalem wieder. Unter den mächtigen Hasmonäerkönigen, so unter Johannes Hyrkanus (134-104 v. Chr.) und Alexander Jannäus (103-76 v. Chr.) dehnte Jerusalem sich zuerst nach Westen und dann nach Norden aus. Die Linien der Ost- und Westmauern sind seither unverändert geblieben. Ausgrabungen haben die "erste Mauer", die Josephus erwähnt, als die in westlicher Richtung verlaufende hasmonäische Mauer identifiziert.



Jerusalem in frühherodianischer Zeit (2. Mauer)

In frühherodianischer Zeit wurde aufgrund des Bevölkerungsdrucks nach Norden hin eine "zweiten Mauer" errichtet. Josephus berichtet von ihr, doch seine Angaben sind ungenau: "Sie umschloß lediglich den Nordteil der Stadt und führte bis hin zur Antonia" (Krieg 5,147-155).



Jerusalem im 1. Jh. (3. Mauer)

Jahrzehnte später legte Herodes Agrippa I. (37-44 n. Chr.) das Fundament für eine Nordmauer, die erst während des Ersten Aufstands (66-70 v. Chr.) fertiggestellt wurde. Leider sind auch zu dieser "dritten Mauer" die Angaben des Josephus ungenau (Krieg 5,147-155). Doch die modernen archäologischen Nachweise haben zu dem Konsens geführt, daß es sich dabei um einen Mauerverlauf handeln muß, der nördlich der heutigen Altstadtmauer lag.

Nach seinem römischen Sieg im Jahr 70 n. Chr. befahl Vespasian, die Mauern von Jerusalem zu schleifen und "nur die höchsten Türme, Phasael, Hippicus und Mariamne sowie den Teil der Mauer, der die Stadt im Westen einschließt, stehen zu lassen". (Josephus, Krieg 7, 1-2).



Jerusalem nach der Tempelzerstörung

Die römische Zerstörung, die im Jahr 70 n . Chr. unter Vespasian begonnen hatte, wurde 135 n.Chr. von Hadrian zu Ende geführt.

Über 1000 Jahre später wurde durch Malik al-Muazzam im Jahr 1219 n. Chr. alles, was bis dahin noch an Stadtmauer und Tore vorhanden war, niedergerissen. Erst 300 Jahre später wurde Jerusalem wieder mit einer Mauer geschützt.



Die osmanische Stadtmauer (16. Jh.)

Eine neue Stadtmauer von Jerusalem wurde in den Jahren 1535-41 von dem türkischen Sultan Suleiman dem Prächtigen errichtet. Die Bauleute erbauten sie dabei auf den zum Teil noch erhaltenen alten Steinquadern und Fundamenten der Mauer, die der König Agrippa I. bauen ließ. Die Osmanen versahen das neue Bauwerk mit ornamentgeschmückten Türmen, Erkern, Arkaden, Zinnen und acht Toren. Suleimann begann den Bau im Jahr 1535 im Norden und ließ die Ost- und Westseite weiterbauen. Die Südmauer wurde erst 1541 fertig. Als der Bau fertig war, ließ Suleimann die beiden Baumeister hinrichten, weil sie den Zionsberg nicht einbezogen hatten.



Die Stadttore

Von den 8 offenen Toren, die in die Altstadt führen, ist das nördliche Damaskustor das schönste. Es wurde 1538 fertiggestellte und ist ein einzigariges Beispiel osmanischer Baukunst. Am Damaskustor soll sich nach rabbinischer Überlieferung in der messianischen Zeit das Volk Israel sammeln, bevor der Messias vom Ölberg kommend durch das "Goldene Tor" der östlichen Stadtmauer in Jerusalem einziehen wird.

Dies sind die Tore: Im Norden das Damaskustor und das Herodestor.

Im Osten das Löwentor oder Stephanstor und das Goldene Tor (zugemauert).

Im Süden das Dungtor, gleich westlich daneben das Gerbertor und das Zionstor.

Im Westen das Jaffator.

1887 wurde in der nordwestlichen Ecke noch das so genannte Neue Tor eingefügt.



Der Mauerrundgang

Die Länge der Stadtmauer beträgt 4018 m. Die Mauer ist 12 bis 20 Meter hoch. Sie wird im Westen von der mächtigen sogenannten "Davids-Zitadelle" überragt und hat eine Gesamtlänge von fast vier Kilometern. Sie ist nicht nur sehenswert, sondern auch begehenswert.

Nachdem dieses imposante Bauwerk grundlegend restauriert wurde, kann man es am Jaffa-Tor besteigen und an verschiedenen Stellen (Damaskus-Tor, Löwentor und Zions-Tor) verlassen. Selbst bei Nacht kann man darauf gefahrlos entlang wandern. Nur am Tempelberg darf wegen der islamischen heiligen Stätten die Mauer nicht begangen werden. Etwas unangenehm kann der Gang auf dem nordöstlichen Abschnitt werden, weil sich arabischen Kinder, die den Schutzzaun überwunden haben, um einen scharen und um Geld betteln.



Die Stadtmauer und die Bibel

Wer immer die Mauern Jerusalems besteigt, wird durch einen einzigartigen und unvergeßlichen Rundblick auf die Altstadt, den Felsendom, den Ölberg, den Zionsberg und die Neustadt belohnt. Ein solcher Rundblick ist für das Verständnis der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft der nationalen und religiösen Hauptstadt Israels geradezu unerläßlich.

Zugleich wird jeder, der über die Altstadtmauern von Jerusalem geht, an die Worte Gottes erinnert: "O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen" (Jesaja 62,6).

Schon zu biblischen Zeiten übten die "Mauern Zions" und ihre Türme auf die Bewohner und Besucher Jerusalems eine große Anziehungskraft aus. Die Menschen riefen einander zu: "Zieht um Zion herum und umschreitet die Stadt, zählt ihre Türme, bewundert ihre starken Mauern, betrachtet ihre mächtige Burg! Dann könnt ihr's euren Kindern weitersagen: Seht doch, so mächtig ist Gott! Er ist unser Gott für alle Zeit und wird uns immer führen" (Psalm 48, 13.14).

An verschiedenen Stellen wird im Alten Testament auf die Mauern Jerusalems bezug genommen:


"Fremde werden deine Mauern bauen" (Jesaja 60,10).
"Deine Mauern sollen ,Heil' heißen und deine Tore ,Lob"'(Jesaja 60,18).
"Deine Mauern sind immer vor mir" (Jesaja 49,16).
"Wünscht Jerusalem Heil. Es möge Friede sein innerhalb deiner Mauern" (Psalm 122, 67).
"0 Jerusalem, ich habe Wächter über deine Stadtmauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen" (Jesaja 62, 6).

Aus: Fritz May: Israel heute - ein lebendiges Wunder, Schulte & Gerth, 1993



Biblische Erwähnungen der Stadtmauer Jerusalems in Auswahl

2.Sam 5,6ff

6 Und der König zog mit seinen Männern vor Jerusalem gegen die Jebusiter, die im Lande wohnten. Sie aber sprachen zu David: Du wirst nicht hier hereinkommen, sondern Blinde und Lahme werden dich abwehren. Damit meinten sie, dass David nicht dort hineinkommen könnte.
7 David aber eroberte die Burg Zion; das ist Davids Stadt.
8 Da sprach David an diesem Tage: Wer die Jebusiter schlägt und durch den Schacht hinaufsteigt und die Lahmen und Blinden erschlägt, die David verhasst sind, der soll Hauptmann und Oberster sein. Da stieg Joab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf und wurde Hauptmann1. Daher spricht man: Lass keinen Blinden und Lahmen ins Haus!
9 So wohnte David auf der Burg und nannte sie »Stadt Davids«. Und David baute ringsumher, vom Millo an nach innen zu.


2.Sam 18,24

24 David aber saß zwischen den beiden Toren. Und der Wächter ging aufs Dach des Tores an der Mauer und hob seine Augen auf und sah einen Mann laufen allein


1.Kön 3,1

Und Salomo verschwägerte sich mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und nahm eine Tochter des Pharao zur Frau und brachte sie in die Stadt Davids, bis er sein Haus und des HERRN Haus und die Mauer um Jerusalem gebaut hatte.


1.Kön 9,15

Und so verhielt sich's mit den Fronleuten, die der König Salomo aushob, um zu bauen des HERRN Haus und sein Haus und den Millo und die Mauer Jerusalems und Hazor und Megiddo und Geser -


2.Kön 14,13

13 Und Joasch, der König von Israel, nahm Amazja gefangen, den Sohn des Joasch, des Sohnes des Ahasja, den König von Juda, in Bet-Schemesch und kam nach Jerusalem und riss die Mauer Jerusalems ein von dem Tor Ephraim bis an das Ecktor, vierhundert Ellen lang,


2.Kön 18,26

26 Da sprachen Eljakim, der Sohn Hilkijas, und Schebna und Joach zum Rabschake: Rede mit deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen's, und rede nicht mit uns hebräisch vor den Ohren des Volks, das auf der Mauer ist.


2.Kön 25,4

4 Da brach man in die Stadt ein. Und der König und alle Kriegsmänner flohen bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zu dem Garten des Königs geht. Aber die Chaldäer lagen um die Stadt. Und der König floh zum Jordantal hin.


2.Kön 25,10

10 Und die ganze Heeresmacht der Chaldäer, die dem Obersten der Leibwache unterstand, riss die Mauern Jerusalems nieder.


2.Chron. 17,1ff

Jotam war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde; und er regierte sechzehn Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jeruscha, eine Tochter Zadoks.
2 Und er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater Usija getan hatte, nur drang er nicht in den Tempel des HERRN ein. Das Volk aber handelte noch immer böse.
3 Er baute das obere Tor am Hause des HERRN, und an der Mauer des Ofel baute er viel


2.Chron. 32,5

1Nach solch treuem Verhalten kam Sanherib, der König von Assur, und zog heran gegen Juda und lagerte sich vor die festen Städte und gedachte, sie an sich zu reißen.
2 Und als Hiskia sah, dass Sanherib kam und willens war, gegen Jerusalem zu kämpfen,
3 beriet er sich mit seinen Obersten und Kriegshelden, ob man die Wasserquellen verdecken sollte, die draußen vor der Stadt waren; und sie stimmten ihm zu.
4 Und es versammelte sich viel Volk, und sie verdeckten alle Quellen und den Bach, der durch die Erde geleitet wird, und sprachen: Dass die Könige von Assur nur kein Wasser finden, wenn sie kommen!
5 Und Hiskia ward getrost und besserte alle Mauern aus, wo sie Lücken hatten, und führte Türme auf und baute draußen noch eine andere Mauer und befestigte den Millo an der Stadt Davids und machte viele Waffen und Schilde


2.Chron 33,13f

13 Und als Manasse bat, ließ sich der HERR erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn wieder nach Jerusalem in sein Königreich. Da erkannte Manasse, dass der HERR Gott ist.
14 Danach baute er die äußere Mauer an der Stadt Davids westwärts zum Gihon hin im Tal und wo man zum Fischtor hineingeht und führte sie um den Ofel und machte sie sehr hoch. Und er legte Hauptleute in alle festen Städte Judas.


Esra 4,12

12 Und nun sei dem König kundgetan, dass die Juden, die von dir heraufgezogen und zu uns nach Jerusalem gekommen sind, die aufrührerische und böse Stadt wieder aufbauen wollen; sie haben begonnen, die Mauern zu errichten, und die Fundamente sind schon gelegt.


Nehemia 3,1ff

1Und Eljaschib, der Hohepriester, machte sich mit seinen Brüdern, den Priestern, auf und sie bauten das Schaftor. Sie deckten es und setzten seine Türen ein. Sie bauten aber weiter bis an den Turm Mea und bis an den Turm Hananel.
2 Neben ihnen bauten die Männer von Jericho. Und daneben baute Sakkur, der Sohn Imris.
3 Aber das Fischtor bauten die Söhne Senaa; sie deckten es und setzten seine Türen ein, seine Schlösser und Riegel.


Nehemia 6,15

Und die Mauer wurde am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Elul in zweiundfünfzig Tagen fertig.




Mauer von Jerusalem



Mauer von Jerusalem - vergrößerbar



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Gerbertor - vergrößerbar



Stephanstor - vergrößerbar



Herodestor - vergrößerbar



Damaskustor - vergrößerbar



Neues Tor - vergrößerbar



Weitere Infos:

Die Tore der Altstadt © allaboutjerusalem.com

König Salomons Mauer um Jerusalem entdeckt © 23.2.2010 Wissenschaft aktuell



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