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Der "Teich Bethesda" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten im muslimischem Altstadviertel von Jerusalem


Kein Teich Bethesda?

Das Johannesevangelium berichtet im Kapitel 5 von der Heilung eines gelähmten Mannes am Teich Bethesda durch Jesus. Diese präzise örtliche Angabe war in der bibelkritischen Theologie ein Paradebeispiel für die Unzuverlässigkeit der Bibel. Bis ins 19. Jahrhundert hinein konnte der Teich archäologisch leider nicht nachgewiesen werden, und somit hielten die Bibelkritiker ihn für eine Fiktion des Evangelisten.



Der Fund im 19. Jh.

1856 schenkte der osmanische Sultan Abdul Meschid I. den Franzosen, als Dank für ihren Beistand im Krimkrieg (1854-1866), das Gelände rund um die St.-Anna-Kirche. Nun begann man mit der Suche nach dem Teich.

Nur wenige Meter nordwestliche der Annenkirche stießen im Jahr 1888 die "Weißen Väter" unter den Ruinen einer älterer Kirche auf eine Krypta.

Weitere Grabungen unterhalb der Krypta brachten sowohl Treppenstufen zutage, die zu einem Gewässer hinabführten, als auch zwei Wasserbecken und fünf Hallen. Die Teich war eine riesige, trapezförmige Doppelzisterne, 120 m lang und ca. 60 m breit.



Die Geschichte des Teiches Bethesda

Erster Bau - 200 v.Chr.

Die Teichanlage wurde um 200 v.Chr. 7-8 m tief in den Felsen gehauen. Der Hohepriester Simon hatte die Anlage bauen lassen, um den Tempel für die rituellen Waschungen mit Wasser zu versorgen.

Herodes der Große hatte diesen Teich im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Tempels hier die Zisterne prunkvoll ausbauen lassen. Vier ca. 9 m hohe Säulenhallen umgaben die Anlage, eine fünfte stand quer über dem Teich und diente als Trennmauer zwischen den Wasserbecken.



Die Anlage ab dem 3./4. Jh. n.Chr.

Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. wurde die Anlage völlig aufgegeben.

Ab dem 3./4. Jh. wandelten die Römer die Stätte in ein Äskulap-Heiligtum um und fügten ein oberirdisches Dampfbad hinzu. Reste dieser komplexen ober- und unterirdischen Anlage (Zisternen, unterirdische Räume, Fundament eines größeren Gebäude) sind noch heute zu sehen.

Über dem damaligen Teich bauten die Byzantiner um 500 n.Chr. mächtige dreischiffige Kirche. Sie war 45 m, 19 m breit und wurde direkt über der mittleren Halle errichtet und stand halb über den Teich, halb auf festen Grund. Die Bögen, die man heute gut erkennen kann, sind die Stützbögen dieser Kirche, da die Seitenschiffe über dem Wasser schwebte. Ein Pfeiler des südlichen Seitenschiffes ist noch erhalten geblieben, die anderen wurden weitgehend nachgebaut.

Die Basilika wurde 614 n.Chr. von den Persern zerstört, aber vom Abt Modestus sofort wieder aufgebaut. Diese Kirche, die nun der Geburt Marias geweiht war, fiel dann 1009 n.Chr. der Zerstörungswut des Sultans El-Hakim zum Opfer.



Die kleine Anlage im Mittelalter

Die Kreuzfahrer errichteten ca. 150 Jahre später um die Mitte des 12. Jh. über dem Teich eine kleinere einschiffige Kirche. Diese stand in der nordwestlichen Ecke der ehemaligen Basilika. Diese Kirche war aber bereits 1283 n.Chr. nicht mehr vorhanden.

Von dieser Kirche sind noch die Apsis und das untere Mauerwerk der Westfassade erhalten. Von der Krypta führt eine Treppe in eine Zisterne, die schon die Byzantiner vom Nordteich abgetrennt hatte. Die zweite Zysterne geht auf die Kreuzfahrer zurück. Nur diese zwei Wasserbecken blieben als Wasserreservoir erhalten. Der riesige Doppelteich wurde später zugeschüttet und nach und nach überbaut.



Die Anlage heute

Gleich im Eingangsbereich zu dieser ganzen Anlage findet man rechts in der Ecke der Loggia eine Reihe von Grafiken, die die Geschichte dieses Ortes gut beschreiben und erklären.

Erwarten Sie nicht zu viel von dem Besuch an dieser Stätte. Sie werden keine zwei große Wasserbecken und kein Wasser vorfinden, sondern nur ein großes Ruinenfeld, das Ihnen ein Blick in die Tiefe ermöglicht.

Der ehemalige Bethesda-Teich liegt ca. 15 m in der Tiefe und ist nur an wenigen Stellen erkennbar. Die Teichanlage ist heute völlig zugeschüttet und überbaut und Sie können sich die ganze Anlage, wie Sie zur Zeit von Jesus aussah, nur virtuell vorstellen.



Johannes 5,1ff

1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen;
3-4 in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte.1
5 Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank.
6 Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.
8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!
9 Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber an dem Tag Sabbat.
10 Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen.
11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin!
12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin?



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar



Teich Bethesda - vergrößerbar


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Ins Netz gesetzt am 05.11.2017; letzte Änderung 05.11.2017

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