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Die "Zitadelle" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten im armenischen Altstadtviertel von Jerusalem


Kurze Info

Die heutige Mauer der Zitadelle stammt im wesentlichen aus der Zeit der Mameluken (14. Jh.). Die Gebäude sind jedoch aus der Türkenzeit (16. Jh.).


Ausführliche Information

Direkt südlich des Jaffa Tores erhebt sich die imposante "Zitadelle" (arabisch: El Qalaa). Sie ist ein mit fünf Wehrtürmen befestigter Festungswall, deren mächtigster der sogenannte "Davids-Turm" ist.

Die Bastion erhebt sich an der Stelle, an der einst die drei Wachtürme standen, die Herodes der Große 24 v.Chr. im Norden seines Palastes erbauen ließ. Er nannte sie "Hippicus", "Phasael" und "Mariamne" und erinnerte damit an seinen Sohn, seinen Freund und seine zweite Frau. Die Türme überdauerten die Zerstörung der Stadt durch den römischen Feldherrn Titus und wurden anschließend von den Römern als Garnison für die X. Legion benutzt.

Im September 66 n.Chr. stürmten jüdische Aufständische den Palast und brannten ihn nieder (Josephus: Der jüdische Krieg 2,430-440)

Für die Byzantiner galt dieser Westhügel Jerusalems als der Zion und deshalb vermuteten sie hier den Palast Davids. Deshalb nannten sie den Phasael-Turm Davids-Turm. Später wurde jedoch das Minarett, das im Jahr 1635 neben der mamelukischen Moschee errichtet wurde, "Davids-Turm" genannt.

Von den Kreuzfahrern wurde die Zitadelle im 12. Jh. neu errichtet und nach Westen erweitert. Die erste Mauer aus hasmonäischer Zeit lag nun in der Mitte der Zitadelle.

Im 13. Jahrhundert wurde die Zitadelle mehrfach niedergerissen und wieder aufgebaut.

Nachdem die Kreuzfahrer endgültig vertrieben waren, gab 1310 der Mamelukensultan Malik an-Nasir der Befestigung die heutige Gestalt.

Später, im 16. Jh., ließ der Ottomane Suleiman der Prächtige umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Er stiftete den äußeren Torweg, die steinerne Brücke und die westliche Terrasse.


Archäologische Funde

Im Laufe der modernen Ausgrabungen stieß man auf Spuren aus der Geschichte dieser Festung, die vormals den Palast des Herodes schützte.

Nördlich des Haupteinganges steht der "Phasaelturm", den Herodes errichten ließ. Er wurde von Hadrian im Jahr 135 n.Chr. zerstört, aber im 14. Jh. teilweise aufgebaut. Die Mauer am Fuße des Turmes ist Teil der herodianischen Anlage. Dieser Teil ist mit massiven Bruchsteinen gemauert.

Gegenüber dem Eingang, nach Westen hin, sind die Grundmauern eines Turmes zu sehen, der unter Johannes Hyrkanos (134-104 v.Chr.) zur Verstärkung der Mauer errichtet wurde. Dort stößt man nacheinander auf die Reste eines Turmes, der 66 n.Chr. unmittelbar vor dem jüdischen Aufstand renoviert wurde und auf Grundmauern aus der Zeit der Hasmonäer steht.

Die Westmauer der Zitadelle stammt aus dem 14. Jh., die Gebäude sind jedoch aus der Türkenzeit (16. Jh.).

Direkt am östlichen Eingang befindet sich das Dreibogentor mit einer Plattform, das Suleiman im 16. Jh. errichtete. Auf den Stufen nahm General Allenby 1917 die Kapitulation der Stadt Jerusalem entgegen.

Der Hof in der Zitadelle birgt archäologische Funde aus fast allen Zeiten - vom 8. Jh. v. Chr. bis ins 12. Jh. n.Chr.

So wurden in großer Tiefe, direkt auf dem Felsengestein des Hügels, Reste der ersten Mauer Jerusalem ausgegraben, die König Hiskia am Ende des 8. Jh. v. Chr. errichten ließ. Im Hof der Zitadalle sind auch die 7 Meter hohen Ruinen von drei Türmen zu sehen, die aus dieser Zeit stammen. Josephus berichtet in seinem Buch "Der jüdische Krieg" (V,4,2) sehr ausführlich über diese Mauer. Diese erste Mauer schützte eine neu erbaute Wohngegend Jerusalems. Als die Babylonier im Jahr 587/86 v.Chr. die Stadt Jerusalem zerstörten, wurde auch diese Mauer beschädigt.

2.Chron 32,5

Und Hiskia ward getrost und besserte alle Mauern aus, wo sie Lücken hatten, und führte Türme auf und baute draußen noch eine andere Mauer und befestigte den Millo an der Stadt Davids und machte viele Waffen und Schilde ...

Die netzartigen Mauern im tiefen Innengraben hielten das Geröll, das Herodes der Große auffüllen ließ, um die Plattform für den Bau seines Palastes zu schaffen.

Als die Römer im Jahr 70 n.Chr. Jerusalem eroberten, wurde auf diesem Areal die 10. Legion stationiert. Aus dieser Zeit sind Reste gefunden worden, unter anderem eine Wasserleitung mit den Insignien "LXF".




Zitadelle Jerusalem - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 26.01.2010; letzte Änderung: 30.06.2012

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