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Die "Zawiya Qiramiyya" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten im arabischen Altstadtviertel von Jerusalem

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Kurze Info: Die Mameluken in Jerusalem


Lage und Geschichte der Zawiya (Sufi-Kloster)

Auf der Ostseite der el-Qirami-Straße erhebt sich die Fassade der Zawiya Qiramiyya, die im 14. Jh. errichtet wurde.

Die Zawiya Qiramiyya ist eine architektonisch bescheidene Zawiya. In ihr wirkte der Scheich Shams ad-Din Abu Abdullah Muhammad el-Turkumani el-Qirami, einem prominenter Scheich des Sufi-Ordens.

Unter wohlhabenden Fürsten und Herrschern war es üblich, gegenüber Sufis mitfühlend zu sein und ihre Institutionen zu unterstützen.

Die Zawiya Qiramiyya erhielt ihre Unterstützung von Emir Nasir ad-Din Mohammad al-Jili, der sich freiwillig erbot, diese Zawiya zu bauen und ihr ein Drittel seines Vermögens zu vermachen, unter anderem als Unterhalt für Scheich Qirami und seine Nachkommen.
Prinz Nasir ed-Din stammte aus Gaza, entschied sich jedoch, in Jerusalem zu leben, trat Scheich el-Qurmis Sufi-Orden bei und wurde einer seiner Anhänger.

Scheich El-Qirami wurde 1321 n.Chr. in Damaskus geboren und wuchs dort auf. Er ging aber später nach Jerusalem, wirkte dort bis zu einem Tod im Jahr 1386 n.Chr. und wurde in seiner Zawiya begraben. Sein Sohn, Scheich Zain ad-Din Abd el-Qader, übernahm die Zawiya nach ihm. Auch er war ein bekannter Sufi, wie sein Vater, und als er 1439/1440 n. Chr. starb, wurde er auch in der Zawiya Qiramiyya neben seinem Vater begraben.



Struktur der Zawiya (erbaut im 14. Jh.)

Die Zawiya zeichnet sich durch Einfachheit und wenig Ornamenten aus, was ganz der Sufi-Überzeugungen entspricht.

Die Westfassade ist die einzige exponierte Seite der Zawiya und ist zwei Stockwerke hoch.

Die Mauern des Erdgeschosses scheinen mehrfach umgebaut worden zu sein. Dagegen ist das Obergeschoß mit seinen drei schmalen rechteckigen Fenstern offentsichtlich ein einheitlicher Bau.

Der Eingang zur Zawiya wird auf beiden Seiten von niederen und schmalen Steinbänken flankiert wird. Die Eingangspfosten bestehen aus roten und grauen Steinen im Ablaq-Stil, auf denen ein gebrochener Türsturz aufliegt, der am Rand verziert ist.

Darüber liegt eine Reihe von einfachen, abwechselnd rot und dunklen Giebelsteinen. Der mittlere ist besonders eindrucksvoll mit den seitlichen verzahnt. Über den Giebelsteinen befindet sich ein kleines quadratisches Fenster. Der Baustil lässt unerfahrene und wenig geschickte Handwerker vermuten.

Der Eingang ist von einem ca. 40 cm tiefen Nischenspitzbogen bedeckt, der von einer Zierleiste umgeben ist, die sich zu beiden Seiten des Eingangs erstreckt.

Nördlich des Eingangs befinden sich zwei Fenster unterschiedlicher Größe, die beide zur Turba (Grabkammer) führen. Beide sind mit Eisengittern versehen, wobei das südliche und größere einen typisch mameluckischen Stil aufweist. Das nördliche Fenster scheint in ein bestehendes Mauerwerk eingefügt worden zu sein.

Der Grundriß der Zawiya besteht aus zwei architektonischen Einheiten: die südliche ist eine lang rechteckige Halle, die von drei Kreuzgewölben überdacht wird.

Die Südwand dieses Saals, der Gebetsraum, beherbergt einen einfachen Mihrab (Gebetsnische).

Die Nordwand hat eine Tür, die zu einem quadratischen Turba (Grabraum) mit einem Kreuzgewölbe führt. Dies ist die zweite Einheit der Zawiya. Hier steht ein Kenotaph und darüber befinden sich in einem Kellerraum die sterblichen Überreste von Scheich el-Qirami und seiner Nachkommen, die neben ihm begraben wurden.




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Literatur



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Ins Netz gesetzt am 19.4.2018; letzte Änderung 24.04.2018

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