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Der "Felsendom" auf dem Tempelberg in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem






Kurze Information

Der Felsendom auf dem Tempelberg ist ein islamisches Heiligtum und wurde durch den omajadischen Kalifen Abd el-Malik in den Jahren 687-91 errichtet.



Der Tempelberg in vorislamischer Zeit

Das gesamte Areal des Tempelbergs war vormals der jüdische Tempelbezirk und nimmt heute fast das ganze südöstliche Viertel der Altstadt ein.

Auf dieser Fläche standen der erste und zweite jüdische Tempel. Der erste wurde durch König Salomon errichtet. Der zweite, der aus der Zeit nach der Rückführung aus dem babylonischen Exil stammt, wurde durch Herodes den Großen zu einem prachtvollen Heiligtum umgebaut.

Nach der Eroberung Jerusalems durch den römischen Feldherrn Titus, wurde der Tempel im Jahr 70 n.Chr. zerstört. Kaiser Hadrian ließ später dort einen Jupitertempel (136 n.Chr.) erbauen, der unter Konstantin dem Großen (306-37 n.Chr.) der Vernichtung anheimfiel.

Die gesamte Fläche wird heute von den Arabern "El Haram esh-Sharif" ("Vornehmes Heiligtum"). Der weite Platz mit dem Felsendom und der südlich gelegenen "El-Aqsa-Moschee" (fertig gestellt 715 n.Chr.) zählt zu den eindrucksvollsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Jerusalem.


Der Tempelberg in islamischer Zeit

Der Erbauer des Felsendoms

638 n.Chr. zog der Kalif Omar Iban al-Khattab (592-644 n.Chr.) in das eroberte Jerusalem. Dabei besuchte er auch den Felsen, von dem nach moslemischem Glauben, Mohammed auf eine Nacht in den Himmel geritten sein soll. Er beschloß dabei an dieser Stelle den Bau einer großen Moschee.

Doch erst der fünfte Kalif, der omaijadische Herrscher Abd el-Malik, konnte 687-691 den Bau verwirklichen. Der Dom sollte an Größe und Pracht die in der Hand seines Rivalen Abdallah Ibn Zobeir befindliche Moschee von Mekka übertreffen.

1016 wurde der Felsendom durch ein Erdbeben zerstört. Sechs Jahre später wurde er durch den Kalifen Hakim neu errichtet.

Dieser Bau - Felsendom genannt - wurde später von den Kreuzfahrern in die Kirche "Templum Domini" umgewandelt und 1194 von Sultan Saladin den Moslems zurückgegeben.



Struktur des äußeren Baus und Renovierungen des Felsendom

Der Felsendom steht auf einer 4 m hohen Plattform und ist eines der bedeutendsten Zeugnisse islamischer Architektur.

Der sehr harmonisch wirkende achteckige Bau ist unten mit Marmor verkleidet, den Saladin im 12. Jhd. anbringen ließ.

Jede der acht Außenwände des Felsendoms ist exakt 20,4 Meter lang. Das entspricht auch der Höhe des Doms vom Boden bis zum Tambour. Die Bänder an der Außenfassade sind mit Koranversen verziert.

Die vier Eingänge zeigen in die vier Windrichtungen: Das Westtor, das Nordtor (Tor des Paradieses), das Osttor (Davidstor) und das Stüdtor (Tor der Qibla).

1545 ließ Suleimann der Große die Fassade mit persischen Fayenceplatten verschönern. Etliche sind im Laufe der Zeit abgefallen und restauriert worden. Suleiman brachte auch die meisten Fenster an.


Die Kuppel

Die mächtige Kuppel hat einen Durchmesser von 26 Metern und eine Höhe von 33 Metern und hat fast die gleichen Maße wie die der Grabeskirche.

Bekrönt wird die Kuppel mit einer 3,6 m hohen Mondsichel. Von allen Hügeln der Umgebung ist die Kuppel - die Stadt überragend - sichtbar; sie kann daher als das eigentliche Wahrzeichen Jerusalems gelten.

Ursprünglich war die Kuppel mit Kupfer belegt und erst später mit einem Blattgoldüberzug belegt.

1958 - 1964 wurde die Kuppel restauriert und erstrahlt seidem in vergoldetem Aluminium.

Die Kuppelvergoldung wurde 1993 erneuert. König Hussein II. von Jordanien finanziert das rund 8 kg schwere 24-karätige Blattgold.

Der Tambour ist mit Kacheln und Koranversen verziert, die Mohammeds Nachtreise beschreiben.



Struktur des inneren Baus

Im Innern umzieht ein doppelter Umgang (mit 12 Pfeilern und 28 Säulen) den in der Mitte etwas aus dem Boden herausragenden heiligen Felsen. Er bildet mit seiner naturgegebenen Kargheit einen sehr eigenartigen Kontrast zu den Pfeilern und Säulen und zu den (in jüngster Zeit restaurierten) Mosaiken und Glasfenstern.

Die achteckige äußere Arkade ist mit Originalmosaiken von 692 n.Chr. verziert. Die Inschriften wenden sich an Christen und stellen die islamische Theologie und Christologie dar.




Die sakralen Inschriften

Die sakralen Inschriften am Felsdom sind eine detaillierte Polemik des Islam gegen den christlichen Glauben. Von den über 6000 Versen des Koran wurden vor allem die antichristlichen Aussagen Allahs ausgewählt.

Jesus wird ausdrücklich nur als Gesandter Gottes gesehen, der selbst geleugnet haben, Sohn Gottes zu sein (vgl. Sure 4,171; 5,116).

Die Verse verfluchen jeden Christen, der an Jesus als den Sohn Gottes glaubt (vgl. Sure 9,30; 5,17+72).

Weitere Koranverse rufen Christen auf, ihren Glauben an die Dreieinigekeit aufzugeben (vgl. Sure 4,171) und bestreiten, daß Jesus jemals getötet (vgl. Sure 4,157) oder gekreuzigt wurde. Vielmehr habe Allah in lebendig zu sich emporgehoben (vgl. Sure 4,158).

Ein Spruchband mit einer Koranstelle "ziert" das Innere der vergoldeten Kuppel. Hier, an der prominentesten Stelle des Felsendoms, verkündigt Allah:

"171 Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Allah nichts aus, als die Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Allah und seine Gesandten und sagt nicht von Allah, dass er in einem drei sei! Hört auf so etwas zu sagen! Das ist besser für euch. Allah ist nur ein einziger Allah. Gepriesen sei er! Er ist darüber erhaben ein Kind zu haben. ... 172 Christus wird es nicht verschmähen, ein bloßer Diener Allahs zu sein, ..." (Sure 4,171-172)

„Religionspolitisches Ziel der Inschriften ist es, den vor Ort als Gottessohn verehrten Jesus auf seine koranische Dimension eines bloßen Gottesdieners zurückzustufen und ihm den Propheten des Islam ... zur Seite zu stellen.“ Angelika Neuwirth (2010), S. 252 (Wikipedia)






Felsendom - vergrößerbar



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Felsendom auf dem Tempelberg - vergrößerbar



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Felsendom auf dem Tempelberg - vergrößerbar



Felsendom auf dem Tempelberg - vergrößerbar



Felsendom auf dem Tempelberg - vergrößerbar



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Felsendom - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 2.6.2015; letzte Änderung 16.10.2017

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