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Die "Belz Synagoge" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in der nordwestlichen Jerusalemer Neustadt

Die Bilder sind vergrößerbar.


Lage der Belz-Synagoge

Die große Belz Synagoge liegt in der nordwestlichen Jerusalemer Neustadt im Stadteil "Kiryat Belz", 7 Binat Yisas'har Str. 5, Jerusalem.


Planung der Belz-Synagoge

"Belz" ist eine chassidische Bewegung innerhalb des orthodoxen Judentums, die in der ehemals ostpolnisch, galizischen Kleinstadt Belz (seit 1951 Ukraine) gegründet wurde.

In den 1980er Jahren leitete Rabbi Yissachar Dov Rokeach, der fünfte Belzer Rebbe, die Pläne für die Errichtung der riesigen Synagoge im Stadtteil Kiryat Belz in Jerusalem.

Das Gebäude mit ihren vier Eingängen, die von jeder der vier Straßen des Hügelviertels zugänglich sind, sollte eine vergrößerte Nachbildung des Baus sein, den der erste Belzer Rebbe, der Sar Shalom, 1843 in der westukrainischen Stadt Belz errichtete. Für die Synagoge waren ein grandioses Hauptheiligtum, kleinere Studiensäle, Hochzeits- und Bar-Mizwa-Säle, Bibliotheken und andere Gemeinschaftseinrichtungen geplant.


Der Bau der Synagoge

Die finanziellen Mittel für dieses ehrgeizige Multimillionen-Dollar-Projekt wurden unter Belzer Chassidim aufgebracht und in den 1980er und 1990er Jahren durch verschiedene Fundraising-Projekte ergänzt.

Wie die ursprüngliche Synagoge, deren Fertigstellung 15 Jahre dauerte, dauerte der Bau der neuen Belz-Synagoge, die jetzt die Skyline von Nord-Jerusalem dominiert, ebenfalls 15 Jahre. Er wurde im Jahr 2000 eingeweiht.

Das Hauptheiligtum bietet Platz für 2.584 Gläubige. Die reich verzierte Holzlade ist 12 Meter hoch und wiegt 18 Tonnen. Sie kann 70 Torarollen aufnehmen. Neun Kronleuchter, die jeweils 5,5 m hoch und 3,4 m breit sind, enthalten jeweils über 200.000 tschechische Kristallstücke.

Im gewaltigen Gegensatz zur majestätischen Synagoge stehen in einem Glaskasten neben der Bundeslade der schlichte Holzstuhl und der Holzständer, den Rabbi Aharon Rokeach benutzte, als er 1944 nach Israel zurückkehrte.


Die Gestaltung der Synagoge

Das Hauptheiligtum wird nur am Schabbat und an jüdischen Feiertagen genutzt, während in den darunter liegenden kleineren Räumen des Komplexes Gottesdienste an Wochentagen stattfinden.

Unter dem Hauptheiligtum befinden sich mehrere Stockwerke. Der Boden direkt unter dem Hauptheiligtum beherbergt eine große Anzahl kleiner Synagogenräume, die als "Shtieblach" bekannt sind, wo Gottesdienste für Schacharit, Mincha und Maariv bis zu alle 10 Minuten abgehalten werden.

In einem angrenzenden Flügel befindet sich auch eine große Halle, die für Tische genutzt wird.

Unterhalb des "Shtieblach" befinden sich mehrere Stockwerke mit Schlafquartieren im Schlafsaalstil für Belzer-Chassidim von außerhalb Israels, die an jüdischen Feiertagen wie Rosh HaShana, Jom Kippur und Sukkot zum Rebbe kommen. Es gibt auch große Räume für andere Veranstaltungen, wie z.B. "Seudah Shlishi"t am Schabbatnachmittag, Hochzeiten und Bar-Mizwa-Feiern.

Neben der Synagoge steht ein separates zweistöckiges Haus für den Belzer Rebbe. Hier unterhält der Rebbe sein Büro und empfängt Gäste und wohnt mit seiner Familie. Der Balkon im zweiten Stock des Hauses blickt auf den großen Außenhof der Synagoge, wo sich Chassidim zu Freiluftansprachen des Rebbe und zu großen Feiern unter einem riesigen Zelt versammeln, wie zum Beispiel die Bar-Mizwa-Bankette für die Enkel des Rebbe im Jahr 2008 und 2010.



Die chassidische Bewegung "Belz"

Rabbiner und religiöse Bildung

Die Rabbiner der Belzer Gemeinschaft gehören der Familie Rokeach an. Gründer ist Schalom Rokeach (Sar Scholem genannt, 17791855). Unter seiner Führung entstand 1843 die Belzer Synagoge.

Nach seinem Tod wurde der jüngste Sohn Jehoschua Rokeach (18251894) Belzer Rebbe. Der dritte Rebbe in dieser Tradition ist Yissachar Dov Rokeach I. (18541926).

Einige bedeutende jüdische Gelehrte dieser Zeit waren Belzer Chassidim, wie Rabbi Schalom Mordechai Schwadron. Die Schüler und Schriftgelehrte der Belzer Chassidim wurden "Joschwim" (Sesshafte) genannt. Dazu zählen Männer jeglichen Familienstandes, die ganztägig in der Synagoge beteten und lernten. Dies wurde durch Nahrungs- und sonstige Spenden aus dem Umland ermöglicht.

Nach Yissachar Dovs Tod 1926 ging das Amt des Rebben auf dessen ältesten Sohn Aharon Rokeach (18771957) über.



Die Belzer-Gemeinde während der polinischen Besatzungszeit

Während der Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg wurde die Belzer Gemeinde fast vollzählig vernichtet.

Unterstützt durch Belzer Chassidim aus dem Ausland gelang dem Rebben und seinem Halbbruder Rabbi Mordechai von Bilgorai im Januar 1944 die Flucht über Budapest nach Israel.



Neuanfang in Israel

Aharon Rokeach, der seine gesamte Familie (Frau, Kinder, Enkel) verlor, gründete mit Mordechai die Belzer Bewegung in Tel Aviv neu. Beide heirateten als Witwer erneut und Rabbi Mordechai wurde 1948 der Sohn Yissachar Dov Rokeach II. geboren.

Ein Jahr später verstarb Rabbi Mordechai im Alter von 47 Jahren. Rebbe Aharon übernahm die Ausbildung des Sohnes seines Bruders und bereitete ihn so auf die Nachfolge als Belzer Rebben vor.

Rabbi Aharon legte das Fundament für das Wachstum der Belzer Chasidut durch Gründung von Thoraschulen und Jeschiwot in Tel Aviv, Bnei Brak und Jerusalem. 1950 wechselte der Sitz des Rebben nach Jerusalem. Er starb 1957, als der als sein Nachfolger bestimmte Neffe 9-jährig war, so fehlte der Gruppe für die nächsten neun Jahre ein praktizierender Rebbe.

Yissachar Dov heiratete mit 17 die Tochter des Wiznitzer Rebben (Moshe Yehoshua Hager), zog nach Bnei Brak, um seinem Schwiegervater näher zu sein, und kehrte ein Jahr später nach Jerusalem zurück. Hier übernahm er das Amt des Belzer Rebben, allerdings verweigerten ihm einige der Belzer die Anerkennung.

Unter seiner Führung wurden mehrere Schulen und Jeschiwot gegründet und erweitert. Politisch wandte man sich vom strikten Anti-Zionismus ab und arbeitet innerhalb des politischen Systems in Israel, lehnt aber den Zionismus weiterhin ab.

Seit 1980 förderte Yissachar Dov Rokeach den Bau einer monumentalen Synagoge in Jerusalem mit 6000 Sitzplätzen, die im Jahr 2000 eingeweiht wurde.

Quellen:
Belz Great Synagogue // Belz - chassidische Bewegung // Yissachar Dov Rokeach (fifth Belzer rebbe)



Bilder der Belz Synagoge


Belz Synagoge in Jerusalem - vergrößerbar




Belz Synagoge in Jerusalem - vergrößerbar




Belz Synagoge in Jerusalem - vergrößerbar



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Ins Netz gesetzt am 18.2.2022; letzte Änderung am 19.02.2022

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